MAELSTROM „The Shores At Dawn“
(Eigenproduktion)

MAELSTROM wurde 2006 im Herzen Schottlands, in Glasgow, gegründet. „The Shores At Dawn“ ist das erste Resultat aus der fruchtbaren Zusammenarbeit des Quintetts, dem melodischer Black Metal als Grundschemata dient. Doch entsprechend der individuellen Vorlieben der Bandmembers variiert die Einflussvielfalt entsprechend und so unterschiedlich klingen letztlich auch die Songs auf dem Debüt. Sänger und Gitarrist Wull Hay bevorzugt u.a. den „reineren“ Black Metal, was sich im für das Album verhältnismäßig unrepräsentativen Opener ´Thrall Of The One´ bemerkbar macht. Aber auch My Dying Bride sowie Opeth gehören insbesondere für das Gründungsgespann Hay und Gitarrist Scott Simpson zu den erklärten Favoriten, gut dokumentiert beim gemischten Doppel ´The Undying End´/`Arctica´. Dimmu Borgir kann man immer wieder orten, wenn es um populäre Vergleichsgrößen geht, aber auch des Schlagzeugers Favoriten In Flames hinterlassen dezente Spuren. Der Bassist Cameron bringt wiederum den Hang zur Progressivität mit ein (neben den bereits erwähnten Opeth-Einflüssen). Im Gegensatz dazu steht dann wieder eine so eingängige Nummer wie ´With War We Wander´ mit leicht folkiger Note, die sich sofort im Gehörgang fest fräst und der Song hätte neben ´Miasma´ auch gut auf einem Album von Cryptic Wintermoon stehen können. Insgesamt kann man festhalten, dass MAELSTROM primär im Midtempobereich Bäume fällen, immer wieder mit einem Seitenblick gen Doom, und ab und an rückt etwas Folk in den Fokus. Veredelt und geeint wird diese Melange mit einer stark epischen Note, die sich wie ein roter Faden durch die Songs zieht. Ebenso wie regelmäßige instrumentale Zwischenstücke, die dem Gesamtkontext eine zusätzlich verträumte, schöne, aber auch teils beklemmende Stimmung verleihen. Wer sich von dieser Vorstellung angesprochen fühlt, sollte mal www.maelstrom-metal.com besuchen und dieser äußerst hoffnungsvollen Band eine Chance geben!

Harald Deschler