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ALESTORM „Black Sails At Midnight“ (Napalm)
Ob sich die Schotten jemals in ihrem Leben ein Album von Running Wild angehört haben? Ich denke nicht. Hätte sie vielleicht besser mal sollen, dann hätten sie sich (hoffentlich) nie erdreistet, ihre Segel in die Richtung der Gewässer zu setzen, in denen Rock´N´Rolf bereits alles geentert hat, was es zu erbeuten gab. So intolerant bin ich da einfach mal: wenn jemand Storys über Jolly Roger, Captain Morgan, Black Chests und Diamanten erzählen darf, dann der Mann, der seine ganz eigene Übersetzung für das internationale Notsignal erschaffen hat. Lässt man die inhaltliche Komponente mal außen vor, bleibt ein Album in der Schnittmenge aus Turisas und Korpiklaani, also weit entfernt von einem Vergleich zu Running Wild. Größtes Manko sind hier die schwulstigen Keyboardeinsätze, die jegliche kurzzeitige bombastische Stimmung wieder eliminieren. Verstehe ich nicht, warum Sänger Bowes sich hier unbedingt genötigt sieht, in die elektronischen Tasten zu hauen, obwohl die Hörner, Schalmeien, Violinen und auch das Akkordeon sehr stimmig ins musikalische Konzept passen. Auch gesanglich liegt der gute Mann zumeist einige Töne neben der Spur. Man fühlt sich permanent in ein Bierzelt gegen vier Uhr morgens transformiert… Die Frage, ob das zur Unterstreichung der sauffreudigen Piratenmannschaft dienen soll oder schlicht am gesanglichen Unvermögen liegt, konnte ich mir leider nicht beantworten. Gold ist auf diesem Album jedenfalls nicht zu finden, dafür jede Menge Modeschmuck und ein paar winzige, nicht übermäßig wertvolle Perlen in Form von ´Black Sails At Midnight´, ´No Quarter´ und der ´Pirate Song´.
Harald Deschler
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