FATAL EMBRACE „The Empires Of Inhumanity“
(Metal Blade)

Es ist immer wieder eine Freude festzustellen, wieviel geile einheimischen Thrash Metal Bands wir doch vorzuweisen haben. FATAL EMBRACE muss man da zu den üblichen Verdächtigen so langsam aber sicher definitiv dazuzählen, auch wenn die Formation nicht zur ersten Generation der heimischen Thrash-Kultur zählt. Dennoch treiben die Berliner seit 1993 die Szene um, haben mit etlichen Thrash-Göttern die Bühnenbretter geteilt und mit „Legions Of Armageddon“ sowie insbesondere „Dark Pounding Steel“ erstklassige Alben aufgelegt, die in keiner Insider-Sammlung fehlen sollten. Der verdiente, größere Erfolg blieb der Formation bislang verwehrt, doch mit Metal Blade, dem nach wie vor anhaltenden Thrash-Boom sowie dem bärenstarken neuen Album „The Empires Of Inhumanity“ im Rücken könnte für FATAL EMBRACE endlich mal mehr drin sein. Noch kurz das letzte Gebet aufgesagt, und mit ´Wake The Dead´ wird jenen Zombies in die verfaulenden Hintern getreten, die FATAL EMBRACE bislang mit Ignoranz begegnet sind. In bester early Slayer-Manier, die bereits die „Reign In Blood“ wie ein Modern Metal-Album dastehen lässt, konzentrieren sich Heiländer, Pulverizatör & Co. auf die wesentlichsten Roots des Genres und knüpfen dort an, wo „Hell Awaits“ einst aufhörte und durch einen evolutorischen Meilenstein abgelöst wurde. Dazu noch ein paar Einheiten „Infernal Overkill“ sowie einige Lektionen aus „Bonded By Blood“ und Nummern wie ´Haunting Metal´, ´Another Rotten Life´, ´Rapture For Disaster´, ´The Prophecy´, ´Ravenous´ oder ´Nothing To Regret´ wären erklärt. Das schöne an der Sache ist, dass es FATAL EMBRACE trotz des engen Korsetts eindrucksvoll schaffen, ihren eigenen Film zu fahren, ohne sich einfach nur konsequent bei den eigenen Helden zu bedienen. Und dabei vor allem mit verdammt geilen Songs eigene Maßstäbe setzen, die den genannten Bands beinahe ebenbürtig sind. Etwas aus dem Konzept fallen die beiden eher epischen Stücke ´Way To Immortality´ sowie der Titeltrack, mit denen die Berliner beweisen, dass sie auch noch auf andere, subtilere Weise killen können. Insbesondere der stimmungsvolle Titeltrack mit Kirchengeläut-Intro und beschwörerisch-doomigen Schlagseite schickt ungemein. Einzig das Maiden-Cover von ´Killers´ ist etwas für´n Arsch, aber Maiden-Songs sollten ohnehin von niemandem gecovert werden; daher fließt Track No.12 auch nicht in die Gesamtwertung mit ein. Da man die Messlatte nicht zu hoch legen sollte und der Rezensent der Meinung ist, dass FATAL EMBRACE mit dem nächsten Album noch eine Schippe drauflegen werden, gibt’s (noch) keine Höchstwertungen.

Harald Deschler