VAGABOND „Ignition“
(Eigenproduktion)

Dass die Truppe aus Thüringen nicht so ganz bierernst an die Sache geht, offeriert schon die Aufmachung der CD, die holprigen Texte und zuletzt auch die teilweise partytaugliche Mucke. Bei den Texten wurde, wie zu befürchten sein dürfte, mangels guter Englischkenntnisse noch die ein oder andere unfreiwillige Zote auf die ohnehin eher dusseligen Inhalte drauf gesetzt, was der Sache auch keinen entscheidenden Abbruch mehr tut. Im Gegenteil, lyrische Glanztaten wie ´Kill Her´, ´I Am Who I Am´ oder ´Caught By Fear´ werden dadurch irgendwie noch verschobener. Musikalisch kann man das, was VAGABOND da fabrizieren, als teils hymnischer, teils leicht thrashiger Heavy Metal bezeichnen, der ab und an in Richtung Running Wild und auch Grave Digger tendiert. Allerdings klingt das über weite Strecken noch recht unausgereift, das Songwriting ist stellenweise recht einfältig ausgefallen und der Gesang hätte auch noch ein wenig Training vertragen, bevor man sich zur Mission im Klangbunker berufen fühlte. Auch wenn sich vereinzelte Nummern temporär ganz gut angehen, weisen die gut vierzig Minuten leider etliche Längen auf, in denen nichts großartig passiert und gepflegte Langeweile angesagt ist. So recht weiß man einfach nicht, wohin VAGABOND wollen. Für eine reine Blödel-Band versucht man einfach auch spürbar zu häufig, seriöses Material zu liefern, aber um wiederum wirklich ernst genommen zu werden, fehlen schlicht die guten Songs. Und die eigenen musikalischen wie lyrischen Unausgereiftheiten stehen den Jungs noch im Weg. Braucht man eigentlich nicht wirklich im Schrank stehen haben, auch wenn das Booklet sowie ´Kill Her´ ein paar gute Pro-Argumente liefern. Aber realistisch gesehen lautet das Urteil: Finger weg! www.vagabond-metal.de

Harald Deschler