CREDIC „Patchwork Of Realities“
(Eigenproduktion)

Schwäbischer Death Metal steht in den meisten Fällen für echte Qualitätsarbeit, in erfreulich wenigen Ausnahmefällen aber auch für fremdschämartige Peinlichkeiten. CREDIC aus Stuttgart gehören definitiv erster Kategorie an. Mit Bühnenschlägereien, effekthascherischen Tittenschauen und Blutgöttern haben die fünf Jungs nicht so viel am Hut. Die Formation konzentriert sich auf die Musik und versteht ihr Handwerk, auch wenn dieses schon sehr, sehr lang und zuhauf ausgeübt wird und wurde. Denn zwischen schwedisch und schwäbisch gibt es diesem Fall lediglich eine Buchstabenungleichheit, ansonsten lautet die Devise unmissverständlich: „Göteborg – I hör die rufa“! Insbesondere die frühen Dark Tranquility kommen einem in den Sinn angesichts solcher Nummern wie ´Illusionist Being´, ´Curator´, ´Recharge´ oder ´Forty-Eight/Seven´. Hin und wieder kommt bei CREDIC auch eine schwarzgefärbtere Komponente zum tragen, wie im garstigen ´The Given Code´. ´The Deeper´ oder ´Superstructure´ (teils mit cleanem Gesang) hingegen ruft eher die Amon Amarth-Fraktion auf den Plan, für ordentlich Druck ist auf „Patchwork Of Realities“ jederzeit gesorgt. Insgesamt eine überdurchschnittliche, wenn auch nicht sonderlich innovative Angelegenheit, die uns CREDIC mit ihrem Debüt kredenzen. Genrefreunde können sich vertrauensvoll an Tom Krüger, Olgastr.132, 70180 Stuttgart wenden und/oder im Internet unter www.credic.de vorbeischauen.

Harald Deschler