MOONCRY „Rivers Of Heart“
(Eigenproduktion)

Da hat sich ordentlich was getan im Hause MOONCRY, die auf „Rivers Of Heart“ im Vergleich zum ebenfalls in Eigenregie veröffentlichten Debüt „Legacy Of Hope“ in jeglicher Hinsicht eine Schippe draufgelegt haben und auch langsam zu einer eigenen Identität finden. Zum einen lässt sich erfreulicherweise feststellen, dass das in den Empire Studios von Rolf Munkes (Tony Martin / Ex-Black Sabbath) produzierte Album einen amtlichen, differenzierten und druckvollen Sound aufweisen kann, was schon mal ein großes Manko von „Legacy Of Hope“ darstellte. Zum anderen wird direkt mit dem Opener und auch auf dem aktuellen LEGACY-Sampler enthaltenen ´Seconds In Time´ deutlich, dass MOONCRY 2010 wesentlich rauer und härter klingen als zuvor. Und dieser Eindruck bestätigt sich im weiteren Verlauf von „Rivers Of Heart“ auch, denn Nummern wie das gallopierende ´Memories Drowning´, das heavy-groovige ´Into The Night´ oder ´das leicht thrashige ´Suffer My Pain´ kannte man von der Band vom Bodensee in der Form nicht wirklich. Positiv auch die stimmliche Entwicklung von Sali Hasan, der auf „Rivers Of Heart“ wesentlich vielseitiger und charismatischer singt, bevorzugt nun auch in tieferen Regionen. Generell ist das Konzept von MOONCRY nunmehr düsterer ausgelegt mit jeder Menge Atmosphäre, die vom erfahrenen Keyboarder Enrico Hahn, der mit seinem Tasteninstrument den zweiten Gitarristen ersetzt, stimmungsvoll in Szene gesetzt wird. Großartig kommt auch der mehrstimmige Titelsong, der sich langsam aufbauend zu einer mitreißenden Hymne steigert und nicht mehr so schnell aus dem Gehörgang verschwindet. Auch die (obligatorische) Ballade ´Hopeless Play´ kommt weder deplaziert noch kitschig und bringt weitere Farbe ins Spiel. Jede Menge Detailverliebtheit findet sich in den einzelnen Songs wider und zu jeder Sekunde spürt man das Herzblut, dass die Jungs in die Produktion von ihrem Zweitwerk gesteckt haben. Dazu zählt auch das großartige Cover von Uwe Jarling, der den professionellen Eindruck schön abrundet. Mit dieser Referenz in Gestalt von „Rivers Of Heart“ in der Hinterhand sollte der längst überfällige Plattendeal für MOONCRY eigentlich reine Formsache sein. Freunde von melancholischen Dark Metal-Klängen mit jeder Menge Eingängigkeit und tollen Hooklines sollten sich „Rivers Of Heart“ jedenfalls ohne Wenn und Aber zulegen, für sehr faire 10.-Euro (zzgl. P&V) unter www.mooncry.de ist man dabei!

Harald Deschler