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WICCA „Bloodrush“ (Twilight)
Das nach wie vor anhaltende Thrash-Revival spült mitunter selbst die ganz vergessenen Combos wieder an die Oberfläche, dazu muss man unbedingt auch die deutschen WICCA zählen. „Splended Deed“, das Debüt und bislang einziges Werk der Truppe, datiert aus dem Jahr 1989! Und als wären die vergangenen 21 Jahre maximal Hundejahre gewesen, knüpft „Bloodrush“ in seiner ganzen Old Schooligkeit genau dort an, wo man seinerzeit eingesteckt hat. Nach dem unheilversprechenden Kinderlied-Intro ´Hellcome´ untermauert gleich mal der Doppelpack ´Sadsong´ und ´Tongue Of Confusion´ genau diesen Eindruck, bevor mit ´Oppression´ etwas vom Gas gegangen wird. ´Mega City´ groovt ordentlich und erinnert von der Atmosphäre her etwas an Risk zu deren „Reborn“-Phase. Generell sind Risk nicht der schlechteste Anhaltspunkt, ebenso wie frühe Rage, Headhunter oder auch etwas Destruction, um einen groben Eindruck zu vermitteln, in welchem Revier WICCA unterwegs sind. Das galoppierende ´Disneyland´ hätte auch ganz gut auf eine der ersten beiden Annihilator-Scheiben gepasst. Der vergleichsweise langsame, schleppende Titeltrack ist mit seinem finsteren Grundschema die langsamste Nummer auf dem Album, vielleicht auch die brutalste. Slayer sind und waren schon immer die Kings des Genres, das würdigen WICCA mitunter auch in Songs wie ´Generations Talk´ oder ´Psychic Warfare´. Mit ´Pull Down The Wall´ ist der Schluss- als auch Höhepunkt von „Bloodrush“ erreicht. Hier thrashen sich die Herren mit munteren Tempowechseln und coolen Gitarrenduellen nochmals den ganzen Staub raus, der sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten abgesetzt hat. Insgesamt bietet „Bloodrush“ alle Ingredienzien, die ein gutes Thrash Album ausmachen. Auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer ist und man sich hin und wieder mehr Charisma in der Stimme von Padde wünscht, kann man das Unterfangen WICCA bzw. deren Rückkehr als durchaus geglückt bezeichnen und darf darauf hoffen, dass es nicht weitere 21 Jahre dauert, bis das dritte Album erscheint...
Harald Deschler
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