PRETRASH „Psychopath“
(Eigenproduktion)

Eingefleischte Old School-Thrasher kommen an PRETRASH schlicht und ergreifend nicht vorbei – soweit kann man sich spätestens nach „Psychopath“ aus dem Fenster lehnen. Die Essener zelebrieren entgegen ihrer Herkunft nicht den zu erwartenden Ruhrpott-Thrash, sondern man schielt eindeutig über den großen Teich. Aber nicht, um abgedroschene Slayer-Riffs das 432323245 mal zu recyceln, sondern PRETRASH greifen viel eher den Faden von Bands wie insbesondere Flotsam & Jetsam aber auch Anthrax, Sacred Reich, Megadeth, ein bißchen Metallica oder von den kanadischen Nachbarn Annihilator auf. Aber anstatt einfach nur wie die genannten Größen zu musizieren und gut zu kopieren, schaffen es PRETRASH eindrucksvoll, eigene Akzente in Form von überwiegend exzellenten Songs in Stahl zu gießen. Aus den (meisten) aufgezählten Acts geht hervor, dass die Mannschaft also eher die progessivere Schiene fährt, konsequenterweise bewegen sich die meisten Nummern +/- um die 6-Minuten-Marke. Selbstredend liegen etliche Querverweise an u.a. genannte Bands auf der Hand, aber wen interessiert das letztendlich, wenn dafür Nummern wie ´Black Widow´, ´Fight Terror´ (sehr fett!), das stark an Metallica angelehnte ´D.O.M.D.´, ´Chamber Inside My Head´, ´Psychopath´, das stampfende ´Marching Below Zero´ oder die Abschlusshymne ´Zombified´ einfach nur geil sind und zum munteren Headbangen einladen!? Die Suchtgefahr für die Zielgruppe liegt hier jedenfalls verdammt hoch und der Umstand, dass PRETRASH dieses klasse Album (noch) eigenveröffentlichen mussten, ist ein Hohn. Unterstützt die Band und Euch selbst und legt Euch „Psychopath“ zu! www.pretrash.de

Harald Deschler