MISTWEAVER „Tales From The Grave“
(Medusa Productions)

In der Vergangenheit hat man den Spanier gerne vorgeworfen, dass sie auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen wollen. Dieses Manko, insofern man das als solches bewertet sehen möchte, kann man „Tales From The Grave“ nicht mehr wirklich attestieren. Hier treffen zwar nach wie vor (melodischer) Death Metal, Dark Metal, Gothic, Bombast, Doom, Pagan, Folk, ein klein wenig Black Metal und ordentlich Keyboardgeklimper aufeinander. Jede Menge also, wobei die meisten Einflüsse durchaus kompatibel erscheinen, in der Vergangenheit jedoch einige Songs der Südländer versalzen haben, da zu ziellos kombiniert wurde. Dieses Mal schaffen es die Spanier hingegen, den oft vermissten roten Faden durch die Songs zu ziehen, d.h. bei MISTWEAVER geht dieses stilübergreifende Konzept nun auch zum ersten Mal homogener auf. Gerade die Vielseitigkeit jener Einflüsse machen den Reiz aus bei so abwechslungsreichen Songs wie ´Into The Realms Of The Dead´, ´Siren Of The Hellish Seas´, ´Smell Of Death´, ´Another Endless Night´, ´A New Vision Of The Apocalypse´ oder ´Sons Of Darkness´ und verschaffen MISTWEAVER eine eigene Identität. Auch wenn auf der guten Stunde Spielzeit nicht alles überzeugen kann und sich auch die oder andere Länge in den Songs eingeschlichen hat, kann man sich getrost mal auf eine kleine Exkursion durch die Grabesgeschichten einlassen.

Harald Deschler