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SACRIFICE „The Ones I Condemn“ (Marquee Records)
Verdammte Scheisse, so sieht doch mal wieder eine echte Thrash-Harke ohne Firlefanz aus! Ganze 16 Jahre haben die Kanadier von SACRIFICE sich Zeit gelassen, um den Nachfolger zu „Apocalypse Inside“ von der Kette zu lassen. In dieser Zeit und natürlich auch der musikalischen Abstinenz muss sich jede Menge Frustration und Aggression bei den Protagonisten um Rob Urbinati angestaut haben, denn „The Ones I Condemn“ scheint genau aus jenen Faktoren seine unbändige Energie zu schöpfen. Bereits der Opener ´We Will Prevail´ verkündet die frohe Botschaft: SACRIFICE sind zurück; dreckiger und böser denn je! Für die Message reicht den Kanadier gerade mal knapp 60 Sekunden, der Rest des Songs ist ein Instrumental-Intro. Mit dem Titelsong entzündet das Quartett erst so richtig das Thrash-Feuerwerk und die Erinnerung daran, dass wir nicht ´85 sondern ´09 schreiben, schwindet zunehmend. Diese Form der Zeitlosigkeit wünscht man sich für Comebacks dieser Coleur. Und das scheinen SACRIFICE verstanden zu haben. Was in den folgenden vierzig Minuten folgt klingt so, als hätte man sich die letzten zwei Jahrzehnte hermetisch von der Außenwelt abgeschottet. Und dabei klingen SACRIFICE noch immer häufig wie Slayer, nur halt nicht mehr wie die heute, sondern wie Slayer zwischen ´84 und ´86. Womit ein konkurrierender Vergleich zu den Veröffentlichungen von „The Ones I Condemn“ und „World Painted Blood“ ohnehin hinfällig ist. Und dennoch: wer sich mal wieder den alten „Slayer-Sound“ wünscht, der sollte Killern wie ´The Great Wall´, ´Hiroshima´ (brutal!!), ´Ultimate Power Corrupts´ oder ´Atrocity´ unbedingt Gehör schenken. Aber SACRIFICE lediglich als gute Slayer-Alternative zu betrachten wurde schon früher dem kanadischen Quartett (hier übrigens wieder in Originalbesetzung!) nicht gerecht. Zwischen dem 2:36-Genickbrecher ´The Devil´s Martyr´ und dem 7:19-Thrash-Epos ´Desolation Alive´ beweisen SACRIFICE auch anno 2009, dass sie sehr facettenreich mit der Matrix Thrash Metal umgehen. Fans von Slaughter, Sadus, Dark Angel, Destruction, Razor und eben Slayer MÜSSEN in das Teil reinhören, Altfans werden ohnehin zu Tränen gerührt sein. „The Ones I Condemn“ - das erste Jahreshighlight 2010!!
Harald Deschler
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