MUSTASCH „Mustasch“
(Nuclear Blast)

Der Siegeszug von MUSTASCH scheint unaufhaltbar. Bereits das mächtige Prelude in Form von ´Tritonus´, dass als das Diabolus In Musica gilt, kündigt die Ankunft der Apokalyptischen Reiter in `Heresy / Blashempy´ an, die mächtig stampfend Gottes schöne Erde erzittern lassen und den ersten Ohrwurm vom selbstbetitelten Album der Schweden manifestiert. ´Mine´ wird eröffnet mit einem besitzverhältnisse klärenden Löwengebrüll und auch hier bestätigt sich bereits nach dem ersten Durchlauf der nächste Dauerrotator. Und wer MUSTASCH kennt (und liebt), der weiß, dass sich daran auch im weiteren Verlauf nichts ändern wird. Klar, die ein oder andere Melodie und Refrain kennt man vielleicht irgendwie schon irgendwoher (der beliebte „Verdammt, wer war das doch gleich??-Effekt“), was Songs wie die beiden ruhigsten Nummern auf dem Album ´I´m Frustrated´ und ´Lonely´ oder auch das an Therapy?-erinnernde ´Damn It´s Dark´ allerdings nicht im geringsten schmälert. Am fettesten gerockt wird bei den Nummern ´Blackout Blues´, ´The Man The Myth The Wreck´, ´Desolate´ sowie dem angesprochenen Opener ´Heresy / Blasphemy´, die auf „Mustasch“ die Stoner Rock-Fahne am höchsten schwingen. In sich ist das Album eine unglaublich stimmige, vielseitige Angelegenheit geworden und man nähert sich immer mehr dem unangefochtenen Thron ihres Genres, dessen Anspruch durch die durchweg bärenstarken Nummern untermauert wird. Und wenn Ralf Gyllenhammar bei dem Übersong´The Audience Is Listening´ „I´m living my dream“ ins Mikro röhrt, dann möchte man ihm dazu einfach nur gratulieren. Verdammt geiles Album!

Harald Deschler