THROWDOWN „Deathless“
(Nuclear Blast)

Die aus Orange Country, Kalifornien, stammenden THROWDOWN haben sich mit „Deathless“ noch ein entscheidendes Stück weiter aus ihrer Hardcore-Ecke verabschiedet und sich verstärkt dem Metal zugewandt. Bei einer solchen Verbindung spricht man weithin von Metalcore, für viele schon bei reiner Nennung ein Grund, nicht Reinzuhören. Was angesichts der gebotenen Qualität wirklich bedauerlich wäre. Denn THROWDOWN können mit ihrem Stil mittlerweile die Geschmäcker auch anderer Fangemeinden ansprechen, denn im Gegensatz zu der endlosen Stangenware, die wie die x-te Killswitch Engage-Kopie klingen, orientieren sich die drei Mann eher in Richtung Pantera, Machine Head, Down, Godsmack und auch neuere Testament. Herausgekommen sind auf „Deathless“ zwölf ausnahmslos starke Nummern vorrangig im Midtempobereich mit Groove, Heavyness, coolen Gitarrenleads, häufig doomig-chilligen Ausflügen und stark an Anselmo-erinnernde Vocals vom charismatischen Fronter Dave Peters, der in seinem stimmlichen Repertoire auch den markanten Sully Erna (z.B. ganz frappierend bei ´The Blinding Light´) drauf hat. Die druckvollen, schleppenden Kompositionen werden immer wieder durch schnelle Wutschübe aufgemischt und Verweise an die Punk- sowie Hardcore-Vergangenheit werden geschickt eingeflochten. Auch Nummern wie ´Widowed´, das ruhig beginnend in einem episch-hymnischen Höhepunkt gipfelt, funktionieren hervorragend und tragen zur Vielfältigkeit von dem sechsten THROWDOWN-Album bei. Und das Album kommt erfreulicherweise gänzlich ohne die szene-typischen, zuckersüßen Clean-Passagen aus, die auf „Deathless“ oder generell bei THROWDOWN nichts verloren haben. Wer mit den genannten Acts liebäugelt und/oder die Entwicklung von THROWDOWN in immer deutlichere Metalgefilde begrüßt, der wird an „Deathless“ nicht vorbeikommen. Bei mir jedenfalls der absolute Dauer-Rotator derzeit!!!

Harald Deschler