SHADOW´S FAR „As Black Turns Red“
(Stonepath Records)

Etwas mehr dem Death Metal zugewandt statt wie bisher im (melodischen) Thrash-Terrarium am liebsten getummelt, präsentieren sich die Schweizer SHADOW´S FAR auf ihrem zweiten Album „As Black Turns Red“. Ob da aus der Not eine Tugend gemacht wurde, da etliche Rezensionen in der Vergangenheit den Eidgenossen etwas sehr viel zeitgeistliche Intension zugesprochen haben, oder ob das an einer logischen Entwicklung liegt, entzieht sich meiner Kenntnis. Qualitativ bieten die fünf Mann jedenfalls solide bis gute Kost, die primär wie gesagt im Death Metal der groovigen und melodischen Natur liegt. Das stimmliche Defizit des vorhergehenden Albums wurde dadurch gelöst, dass mit Roman Wettstein ein neuer, wesentlich charismatischerer Fronter in den Reihen von SHADOW´S FAR steht und somit auch hoffentlich die letzten „Metalcore“-Brüller zum Schweigen bringt, denn in der Richtung sollte man bei S.F. anno 2009 weniger denn je fischen; auch wenn die Kombi melodischer Death der schwedischen Schule, etwas Thrash, old-school Riffs und ganz dezente HC-Verweise (zumindest früher) zumindest theoretisch genau das Bild zeichnen. Praktisch klingen SHADOW´S FAR mittlerweile eher wie eine räudige Mischung aus Death, At The Gates, eine Prise Asphyx (bedingt durch das dezent an Van Drunen erinnernde Röchelorgan) und God Dethroned, wenngleich auch nicht ansatzweise auf dem Niveau der genannten Acts musiziert wird. Zum Reinschnuppern empfehlen sich ´Apocalypse Of Humanity´, ´Fucked Up Liars´, ´Burnt Confessions´, ´Blood For Blood´ und ´A Decade Of Hate´.

Harald Deschler