NHORIZON „Skydancers“
(My Kingdom Music)

Italienischer, symphonisch-progressiver „Power“ Metal, gegründet von einem Keyboarder, ist in etwa so verheißungsvoll wie eine Folge „Verbotene Liebe“. Beides stinkt schon im Vorfeld nach schwulstigem, inhaltsleerem Geplänkel. Bei nüchternen Betrachtung bestätigen sich auch in beiden Fällen die Vorurteile fast immer, zumindest liefern NHORIZON zu dieser Theorie keinen Gegenbeweis. Im Gegenteil. Die zehn Nummern, von denen auch noch drei instrumentaler Natur sind, verkörpern in ihrer Essenz den Anti-Metal-Archetypen schlechthin. Pseudo-epische Songs die nur so vor Oberflächlichkeit strotzen, gelegentliche Belege, auch mal im Leben Iron Maiden gehört zu haben, überpräsente, jederzeit nervtötende Billig-Keyboards und abgegriffene Träller-Melodien vereinen sich zu einer unausstehlichen Symbiose, die selbst für die ganzen Italo-Melodic Metal-Kapellen wirklich harte Kost darstellt. Selbst dann, wenn die fünf Jungs leisere und erträglichere Klänge anschlagen wie bei ´Remember You´, das zunächst durch einen gefühlvollen Einstieg und einen ganz akzeptablen Refrain überzeugen kann, verkneift es sich Fabrizio Muratori nicht, mit seiner Tastenkunst jegliches Flair im Keim zu ersticken. Und wenn dann mit dem Abschluss von „Skydancers“ die Hops&Würg-Melodie von ´Ancient Way´ erklingt, dann waren das realistisch betrachtet eben vierzig Minuten im Leben, die man nie mehr zurück bekommt.

Harald Deschler