METALIUM „Grounded – Chapter Eight“
(Massacre)

Oh man, schon das achte Kapitel in zehn Jahren, das hört sich mal nach Beharrlichkeit an... Leider spiegelt das auch das Credo der Norddeutschen wider, die auch mit dem neuesten Album einmal mehr beweisen, dass hier mehr die Quantität fokussiert wird statt die Qualität. Denn viel mehr als durchschnittlicher, in der Form schon x-fach gehörter Heavy Metal, der dazu weitestgehend ohne Ecken und Kanten auskommt, brauchen wirklich nur Leute, die irgendwas in ihrer Metal-Beschaffungspolitik falsch gemacht haben. Nix für ungut, aber wenn man schon im Opener ´Heavy Metal´ (kein Kommentar) sich selbst und denen, die es wissen wollen, bekunden muss, „We are Heavy Metal – if you don´t like it: Fuck You“, dann hat das leider nichts von einer Manowar´schen Comedy, sondern ist einfach nur peinlich. Wie auch immer, musikalisch bringen METALIUM wie angedeutet teutonische Metalkost auf den Tisch, der nur in wenigen Momenten aufhorchen lässt, wie z.B. bei dem stampfenden ´Pharaos Slavery´ oder der Speed Metal-Nummer ´Once Loyal´. Gäbe es zumindest von dieser Güteklasse ein paar Nummern mehr in dem achten Kapitel, wäre die ganze Angelegenheit nicht so schmerzhaft oberflächlich und belanglos wie der Großteil der Songs. Allen voran gleich schon mal der Anfangs-Triple, der eigentlich jegliche Motivation raubt, sich weiter mit dem Werk zu befassen. Wären da nicht die zwei Lichtblicke, könnte man in diesem Fall ruhig seiner Intension folgen. Auch die stimmliche Steigerung von Henning Basse und die recht wuchtige Produktion wirken unwesentlich mehr als Makulatur und täuschen zumindest mich nicht darüber hinweg, dass mit „Grounded – Chapter Eight“ selbst für die Unverbesserlichen maximal ein Staubfänger fürs CD-Regal kreiert wurde.

Harald Deschler