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HERESY „Knights Of God“ (3Fold Records)
Jede Bewegung fördert zwangsläufig auch viel Durchschnitt und Verzichtbares ans Tageslicht, was ohne Initialzündung und mit ungünstigem Wind vermutlich in der Form niemals den Proberaum verlassen hätte. Dazu kann man, wenn man es mal recht nüchtern betrachtet, auch die Italiener HERESY zählen. Die haben zwar verstanden und verinnerlicht, dass es die Bay Area Szene gab und noch immer in modifizierter Variante gibt. Und der Ansatz, in der Schiene selbst zu musizieren, ist grundsätzlich nicht der schlechteste Film, den man fahren kann. Dünn wird es bei HERESY jedoch dann, wenn es um eine kreative oder zumindest solide Umsetzung mit der Materie geht, denn „Knights Of God“ offeriert erschreckend wenig Aufregendes oder gar nur etwas, was man sich vielleicht mal so für zwischendurch auflegen würde. Zu abgeschmackt wird das 37.946ste Slayer-Riff recycled, zu zwanghaft versucht, einprägsame Melodien in recht belangloses Songwriting zu integrieren und Sänger Adriano beweist eher bei dem balladesk-epischen ´Like The Wind In The Trees´ seine stimmlichen Qualitäten statt bei dem Versuch, den dreckigen Thrasher von der Leine zu lassen. Recht pseudomäßig kommt auch der Ansatz, ab und an einen nordischen Sturm durch die italienische Provinz fegen zu lassen, wenn der geistige Vater hinter der Idee allzu offensichtlich durchschimmert und das Resultat dann ein laues Lüftchen bleibt. Einzig und allein der melancholische Song ´Alone In The Dark´ (ebenfalls von der ruhigeren Gattung) weist im Vergleich zum Rest des Materials echte Qualität auf und weckt die Hoffnung, dass HERESY beim nächsten Anlauf inspirierter und weniger aufgesetzt an die Sache rangehen könnten. Potential scheint da tatsächlich irgendwo zu schlummern...
Harald Deschler
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