Als mein Telefon mit der erwarteten schwäbischen Pünktlichkeit klingelt, meldet sich ein stark erkälteter Jörg M. am anderen Ende der Leitung um sich meinem Fragemarathon zu stellen, den er nach mehreren Interviews mit mir schon allzu gut zu kennen scheint und schon erste Befürchtungen anstellt, dass eventuell seine Stimme im Verlauf des Gesprächs den Geist aufgeben könnte. Aber um es vorweg zu nehmen: Er hat tapfer durchgehalten!
“Ich bin halt einfach Perfektionist“, tönt es in leicht heiserem Klang aus meinem Hörer, nachdem ich Jörg´s präzise Zeiteinhaltung lobend erwähne. Perfekt scheint tatsächlich die momentane Situation der Todesblei Schwaben am besten zu treffen, wurde das neue Album „To whom it may concern“ in der Presse doch überschwänglich aufgenommen.
„Die Reaktionen waren bislang alle durchweg sehr positiv, um nicht zu sagen sensationell. Noch keine einzige negative Stimme bisher, das ist schon ziemlich geil!“ Ebenfalls recht reibungslos schien im Vorfeld der Besetzungswechsel innerhalb der Band abgelaufen zu sein, nachdem Sänger/Bassist René Pfeiffer wegen einer Tinituserkrankung seinen Posten räumte und postwendend gleich zwei neue Leute nachrückten, namentlich Chris Simper (vocals) und Bassist Oliver Schort. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob man sich da nicht schon im Vorfeld nach möglichem Ersatz umgeschaut hat...
„Nee, ich hab bis zuletzt eigentlich gehofft, dass der René doch noch weitermacht und habe ihm da auch geholfen, indem ich ihm Ärzte empfohlen habe, weil ich so etwas ähnliches auch schon mal hatte, was sich bei mir allerdings wieder vollständig gelegt hat. Aber der René hat sich nach wochenlangem Überlegen dann doch dazu entschieden, kein weiteres Risiko einzugehen und ist dann halt schweren Herzens ausgestiegen. Aber ich habe natürlich noch immer häufig Kontakt mit ihm und er war auch mit im Studio dabei und hat ein paar Backing-Vocals für das neue Album mit eingesungen. Das war auch eine coole Aktion, aber er möchte halt nicht mehr live auftreten und geht auch auf keine Konzerte mehr.
Den Oliver, genannt „Shorty“, kenne ich schon recht lange, der hat auch damals auf der Sacred Steel / Nevermore-Tour für den Jens die Auslandsgigs gespielt und wir sind schon seit Jahren in losem Kontakt gestanden. Und „Shorty“ hat mich auch damals schon angehauen, ob wir nicht was heftigeres zusammen machen wollen, aber der René wollte damals bei MY DARKEST HATE auch unbedingt Bass spielen und deshalb hat sich das zu der Zeit nicht ergeben. Als ich jetzt einen Bassisten suchen musste, war „Shorty“ natürlich gleich meine erste Wahl und der war auch gleich mit dabei!
Einen Sänger mussten wir hingegen schon wesentlich intensiver suchen, da haben sich auch einige gemeldet. Chris wurde uns von gemeinsamen Bekannten empfohlen, die meinten, wir sollten den unbedingt mal antesten, weil der hier so ziemlich der Beste im ganzen Großraum sein soll. Und nach der ersten gemeinsamen Probe war uns auch recht schnell klar, dass der Chris der optimale Mann ist.“
Optimale Leute für den Sängerposten hätte es wahrscheinlich einige gegeben, auch wenn es eher utopisch gewesen wäre, diese Jungs für MY DARKEST HATE zu gewinnen. Wer hätte da gute Karten bei einer Audition bei Euch gehabt?
„Haha, gute Frage! Da habe ich mir eigentlich nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Ich finde den Peter von VADER sehr geil oder Chris Barnes zu seiner „Bleeding“-Zeit, aber es gibt natürlich auch noch viele andere sehr gute Sänger.“
Instinktiv fügt er allerdings gleich dazu „aber ich muß dazu auch sagen, dass wir mit dem Chris äußerst zufrieden sind, der passt einwandfrei zur Band und ich wüsste auch nicht, ob wir da einen besseren finden könnten!“ War ja auch nicht als Kritik gemeint. Trotz des eindeutig ansteigenden Kurses auf der Death Metal Börse bleibt Jörg recht bescheiden und bewertet die Veränderungen zwischen „Massive brutality“ und „To whom it may concern“ weniger drastisch, als dies einige Pressevertreter tun.
„Schwer zu sagen. Ich könnte jetzt natürlich sagen, dass das neue Album viel besser ist und schnickschnack, wie´s halt alle tun, aber ich hab da keinen Bock drauf und mir fehlt da momentan auch der nötige Abstand zum neuen Album. Ich finde nach wie vor auch das Debüt sehr geil (was es zweifelsohne auch ist! -der Verf.), das neue Album ist vielleicht von der Produktion noch ein Tick besser und die Songs sind etwas abwechslungsreicher, sowohl vom Gesang als auch von den Riffs, bei denen ich mir dieses Mal noch etwas mehr Mühe gegeben habe. Aber ich sag mal, wem das Debüt gefallen hat, dem wird auch die neue MY DARKEST HATE gefallen, wir machen schließlich immer noch Death Metal!“
Bereits beim letzten Interview im SKULLCRUSHER hat Jörg angekündigt, dass er sich textlich auf dem nächsten Album mit dem Thema „Todesstrafe“ befassen möchte.
„Klar, ich mache alles was ich sag´, haha! Es ist jetzt kein Konzeptalbum geworden, sondern es sind eher lose Geschichten. Ich wollte mich nicht auf diese Kriegsschiene festfahren, es gibt natürlich schon auch andere Themen die mich beschäftigen und die ich auch ganz passend für MDH finde. So drehen sich manche Texte eben um erwähnte Todesstrafe, Selbstjustiz und auch Rache. „Eye for an eye“ behandelt das Thema, dass jeder die gerechte Strafe bekommen sollte, die er für seine Taten verdient hat. Wie die im Endeffekt aussieht, ist natürlich Auslegungssache. Aber ich denke, wenn jemand irgendwie sinnlos Leute abmetzelt, vergewaltigt oder kleine Kinder schändet und zerstückelt, dann hat er nix besseres verdient als den Tod. Solche Leute sollten für immer weg vom Fenster oder zumindest so weggesperrt werden, dass sie nie mehr den Hauch einer Chance haben, jemals zurück in die Gesellschaft kehren zu können.
Wobei man das Thema „Todesstrafe“ natürlich auch sehr differenziert betrachten muß, weil natürlich gerade in Amerika schon einige Unschuldige hingerichtet worden sind und so was darf natürlich nicht passieren. Von daher heißt das natürlich nicht, dass ich das alles befürworte. Nur wenn eine Tat 100%ig bewiesen ist, dann denke ich schon, dass es die gerechte Strafe ist.“
In unserer Ausgabe No.6 konnte sich Jörg noch durchaus die Anwendung der Todesstrafe in unseren Breitengraden vorstellen, seine Meinung hat sich auch nicht geändert, obwohl er sich heute distanzierter zu dem Thema äußert.
„In Deutschland ist die Todesstrafe undenkbar, hier ist ja lebenslänglich gerade mal 15 Jahre, was ja wohl ein Witz ist, mehr geht ja gar nicht in Deutschland als 15 Jahre Haft. Das System finde ich auf jeden Fall viel zu lasch. Man sieht ja, wie viele Leute wegen guter Führung bereits schon nach 10 Jahren wieder aus dem Knast kommen, obwohl sie in Anführungszeichen eigentlich lebenslänglich hätten und dann auch wieder rückfällig werden und gleich die Nächste vergewaltigen und abschlachten. So was darf halt irgendwo nicht sein.“
Wie die Mehrheit unserer Bevölkerung über eine Rückkehr der Todesstrafe denkt bzw. ob das überhaupt toleriert werden könnte, würde Herr Knittel selber interessieren.
„Es wäre mal interessant diesbezüglich eine Volksbefragung zu machen, obwohl mir natürlich schon bewusst ist, dass da die Meinungen ganz krass auseinandergehen. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass viele Leute ähnlich denken wie ich, aber sich nur nicht trauen, das auch zu sagen.“
Aber ich glaube nicht, dass sich solche Probleme dadurch beseitigen lassen, in dem der Staat mit „gutem“ Vorbild vorangeht und vormacht, dass es für das Töten eine Rechtfertigung gibt, so werden Probleme nicht gelöst, das sieht man ja am besten in Amerika...
„Also dann willst Du die These aufstellen, dass in Amerika so viele Mörder und Psychopathen rumlaufen, WEIL es die Todesstrafe gibt?“
Nein, aber wegen der Todesstrafe laufen dort auch nicht weniger Mörder und Psychopathen rum. Diese Leute werden ja nicht einfach mal so auf Knopfdruck „normal“, weil es so etwas wie den elektrischen Stuhl gibt. Und wie man sieht, nimmt auch dort die Gewalt sogar jährlich zu, trotz staatlich abgesegneter Elimination...
„Ja, aber wer weiß, wie es aussehen würde, wenn es die Todesstrafe nicht gäbe. Darüber gibt es auch unterschiedliche Theorien! Also ich möchte auch nicht die Todesstrafe in Deutschland einführen, andererseits bin ich auch nicht kategorisch dagegen. Ich habe halt versucht mir vorzustellen, was in manchen Angehörigen vorgehen muß, die halt ein Familienmitglied durch irgendeinen Psychopathen verlieren. Also ich bin ein Mensch, der da natürlich eine Hinrichtung fordern würde, wenn ich selber davon betroffen wäre.“
In welcher Form Jörg diese zugegebenermaßen recht heikle Thematik in seinen Texten unterbringt, erläutert er am Beispiel „Eye for an eye“:
„Diese Themen verpacke ich da halt in kleine Geschichten, wie eben in „Eye for an eye“, wo es um einen Mörder geht, der in seiner Todeszelle hockt und auf seine Hinrichtung wartet. Zu diesem Thema habe ich auch erst neulich im TV eine Reportage aus Amerika gesehen, wie das halt auch alles mit Gott in Verbindung gebracht wird, das war schon recht abstrus. Diese Eindrücke habe ich eben auch in dieses „Auge um Auge -Zahn um Zahn“-Prinzip eingebaut, wie der Typ halt für sein Verbrechen bezahlen muß, auf meine eigene Art und Weise interpretiert. Mir ist es halt wichtig, dass ich hinter meinen Texten stehen kann und ich stelle mich nicht hin und fordere, dass das System in Deutschland verschärft wird, sondern es sind eher Dinge aus meinem persönlichen Umfeld, die mich zum Gros meiner Texte inspirieren, aber darüber haben wir ja auch schon mal gesprochen. Ich hab´ halt definitiv kein Bock auf Gore oder irgendwelche Splattertexte oder so einen Satanistenscheiss, da könnte ich nicht dahinterstehen.“
Ein völlig anderes Thema, auf welches der Ludwigsburger auch im Nachhinein noch recht gereizt reagiert, war der Auftritt auf dem SummerBreeze, der wohl alles andere als geplant verlief.
„Da müsstest Du eigentlich den Veranstalter danach fragen, das hat mich auch sehr überrascht. Ganz ursprünglich, etwa ein halbes Jahr vor dem Festival, als wir das abgemacht hatten, dass wir da spielen können, haben wir halt so lose geredet, dass wir da am frühen Nachmittag spielen, was ja einwandfrei gewesen wäre. Ca. 2 Wochen vor dem Festival habe ich zufällig durch einen Newsflyer erfahren, dass wir 12.45Uhr spielen sollen und nur 25 Minuten. Da waren wir natürlich schon recht „überrascht“, weil ich schon erwartet hätte -oder vielleicht war ich da auch ein wenig blauäugig-, dass das mit uns abgesprochen wird oder uns zumindest persönlich mitgeteilt wird. Daraufhin habe ich den Veranstalter auch angerufen und ihn gefragt was das soll. Er druckste nur irgendwie rum und war ganz komisch und konnte mir das auch nicht erklären. Und 2 Tage vor dem Festival, als ich gerade in Achim Köhlers Studio war, habe ich dann auch wieder durch Zufall erfahren, als er gerade ein Fax bekam auf dem draufstand, dass wir schon um 12.00Uhr spielen und nur noch 20 Minuten. Und da sah ich, dass nach uns sogar noch irgendwelche Demo-Bands spielen, die noch nicht einmal einen Deal in der Tasche bzw. eine CD veröffentlicht haben. Da haben wir gar nix mehr verstanden und dementsprechend hatten wir auch gar keinen Bock mehr da zu spielen. Ich lasse mich halt recht ungern verarschen, denn genauso kamen wir uns auch vor. Ich will nicht großkotzig klingen, aber wenn ein paar Demo-Bands mit mehr Spielzeit nach Dir auf die Bühne steigen, fragt man sich schon, was das eigentlich soll. Wir haben den Gig trotzdem gespielt, weil ich wusste, dass viele Leute sich auf diesen Auftritt schon gefreut hatten und auch von weiter her angereist waren. Der Auftritt war auch sehr geil und es waren wesentlich mehr Leute vor der Bühne als ich eigentlich gedacht hätte und es ging auch richtig ab für diese Uhrzeit. Und dann haben wir während des Auftritts vom Stagemanager angezeigt bekommen, dass wir noch einen Song rausstreichen müssten und dann ist mir halt echt der Kragen geplatzt!! Das hat man mir wohl auch recht deutlich angemerkt, ich kann und will mich da auch nicht verstellen. Ich habe nicht umsonst eine Band gegründet, die MY DARKEST HATE heißt, ich bin halt auch recht jähzornig und ich versuche, in der Musik auch gewisse Ventile zu finden. Und so hat es mich abnormal angekotzt und ich bin dann nach dem letzten Song ans Mikro gegangen und hab´ den Leuten gesagt, dass wir gerne länger spielen würden aber nicht dürfen und wir es auch nicht verstehen.“
Was hinter der Bühne mit Sicherheit auch nicht unbedingt dafür gesorgt haben dürfte, die ohnehin schon angespannte Stimmung zu lösen...
„Da sind dann gleich die Stagemanager auf mich zugestürmt und haben mich gefragt was das soll. Ich hab´s denen dann erklärt und dann haben sie´s wohl auch verstanden. Für uns ist die Sache jetzt auch gegessen, der Gig an sich war geil und die Leute vor der Bühne waren geil, aber die ganzen Umständen und das Theater drum herum war halt echt beschissen!“
Das Wort „Jähzorn“ fiel hier mal im Verlauf des Gesprächs. Eine (negative) Eigenschaft, die zu den Grundsteinen der Band zählt, die zusätzlich von solchen T-Shirt-Aufdrucken wie „I hate - therefore I am“ gestützt werden. Ist ein Leben ohne Hass undenkbar?
„Mit Sicherheit könnte ich ohne Hass leben, das Leben wäre schön, wenn man in Harmonie leben könnte. Aber die Realität sieht halt leider anders aus. Es gibt eben viele Menschen, die mich immer wieder zur Weissglut bringen und es gibt viele Dinge, die mich ankotzen. Ich bin ein Mensch, der solche Gefühle als Hass ausdrückt. Es gibt Menschen, die können damit besser umgehen und vergessen das auch nach einem Tag wieder, wenn sie was aufregt und sind dann wieder gut gelaunt, aber mich beschäftigt so was schon länger.“
Richtige Ausraster scheinen sich allerdings mit zunehmender Alterung meines Gesprächspartners zu verdünnisieren.
„Also ich würde mich schon als teilweise cholerisch bezeichnen. Ich hatte früher einige Ausraster, das ist mit der Zeit seltener geworden, weil ich auch gemerkt habe, dass mir das auch selber nicht gut tut. Ich versuche das einfach mit zunehmendem Alter unter Kontrolle zu bekommen und je älter ich werde, desto abgeklärter reagiere ich auch in solchen Situationen.“
Könnten da vielleicht auch die Gründe in der Astrologie zu suchen sein, dass manchen Menschen einfach jeden Tag die Sonne aus dem Arsch scheint, während andere eher gereizt durchs Leben streifen?
„Also ich habe festgestellt, dass viele Skorpione, wie ich auch einer bin, zu ähnlichen Neigungen tendieren. Einige gute Kumpels von mir, die auch Skorpione sind, haben überraschend viele charakterliche Übereinstimmungen mit mir, eher ein bisschen Menschenscheu und eben die oben erwähnten Eigenschaften.“
Der Autor dieser Zeilen wurde übrigens ebenfalls als Skorpion in die Welt gesetzt und auch mir sind viele Eigenschaften, die man meiner „Gattung“ nachsagt, nicht unbedingt fremd. Allerdings überwiegen bei mir die positiven Seiten!! :-)
„Hahaha, aber da kannst Du trotzdem vieles von mir nachvollziehen und Du wirst demnach auch nicht täglich mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen aus dem Haus tanzen, nehme ich mal an!?“
Nachdem sich Jörg und ich noch weiter über unsere Sternzeichen unterhalten haben, überspringe ich diesen Teil und steige bei meiner Frage nach seinen verschiedenen Bands wieder ein, drei an der Zahl und dann noch sein Label Iron Glory Records. Wo setzt man da die Priorität?
„Also wenn ich mich für etwas davon entscheiden müsste, dann wäre es wohl entschieden die Musik, da würde ich eher das Label bleiben lassen. DAWN OF WINTER ist zudem ohnehin nur ein Spaß-Projekt. Spaß für depressive Menschen, hehehe!“
Also ein weiteres Ventil für Jörg´s Gefühlsleben...
„Richtig. Ich bin ein hasserfüllter Mensch sowie ein depressiver Mensch, bei diesen beiden Bands kann ich das optimal ausleben.“
Bleibt natürlich die Frage offen, was der gute Jörg M. bei SACRED STEEL auslebt?
„Hm, hahaha. Das ist eine gute Frage, wohl so ´ne Mischung aus beidem.“
Spielt bei S.S. auch eine gewisse Selbstironie eine Rolle, bzw. kannst Du da auch mal drüber lachen?
„Wir lachen sehr viel über uns. Da wären viele Leute überrascht, wie humorvoll wir sind. Wir nehmen die Band sicherlich sehr ernst und wir sind stolz darauf, was wir bislang erreicht haben, aber natürlich muß man auch selber über sich lachen können. Der Gerrit bringt z.B. auch manchmal Texte an, wo wir drüber lachen müssen und zu ihm sagen, dass das jetzt schon etwas zu platt ist und wir nicht soweit gehen können. Aber manche Leute verstehen das halt nicht und bewerten teilweise unsere Texte einfach über, das sind meist die etwas jüngeren Fans, die das vielleicht nicht ganz checken (Gruß an alle Stahlkommandanten dieser Welt! -der Verf.). Aber mit 17 ist man halt noch etwas verbissener und intoleranter, wobei ich nicht sagen will, dass ich der toleranteste Mensch bin, hehehe!“
Ein sehr unangenehmes Thema scheint für Herrn Knittel das Stichwort „Stikki Fykk“ zu sein, bei denen bekanntermaßen auch zwei Leute von SACRED STEEL mit an Bord sind und eine wirklich schreckliche Parodie auf die ganze 80er Glam Rock Welle fabrizieren.
„Eigentlich könntest Du zu dem Thema kein Kommentar von mir entlocken. Aber klar, das ist halt ´ne Geschichte von dem Jens und der Matze hilft ab und zu mal aus, wenn der eigentliche Drummer keine Zeit hat.“
Findest Du die Poser-Persiflage eher lustig oder peinlich?
„Beides, hehehe! Also ich find´s live genial, das muß man auf jeden Fall mal gesehen haben, die Show dazu ist echt klasse. Aber gut (unterdrückt einen Lachflash), auf CD ist es wohl echt nicht der Brüller, da könnte ich mir keine ganze Scheibe am Stück reinziehen.“
Wirklich dahinterstehen muß er auch nicht, obwohl die Scheibe bei dem Iron Glory-Unterlabel „Sunset Records“ rauskam, weil...
„...wir haben das strikt getrennt. Ich bin ausschließlich für Vile Music zuständig und für Sunset ist nur der Andy zuständig, damit habe ich zum Glück nix zu tun, hahaha! Der steht halt wirklich auf so einen Poserkram, auch privat, was mich auch wirklich erschreckt und er kann im Gegenzug nichts mit Death Metal anfangen.“
Und deshalb könnte sich Jörg auch nicht vorstellen, neben Matze auch mal aushilfsmäßig mit getigerter Spandexhose und Brusthaartoupé bei der Blödelformation auf die Bühne zu steigen.
„Nee, also echt nicht. Brusthaartoupé bräuchte ich allerdings nicht, ich habe selber genügend Brusthaare, hehehe! Mit getigerter Spandex, hahaha? Vielleicht vor ein paar Kumpels im Vollsuff...!? (überlegt kurz) Nee! Vergiss es, unter gar keinen Umständen!!“
Harald Deschler
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