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ISEGRIM, der Wolf, stammt aus der Tierfabel des alten Testaments
und steht als Sinnbild für Irrlehre und Gefahr für Mensch und Christentum.
Als Mastermind A.Blackwar heute abend den Hörer in die Hand nimmt
und meine Nummer wählt, weiß er noch nicht, daß er mit Psycho-Desch
sprechen wird, der selbige Kriterien wie der Wolf erfüllt und außerdem
noch einige kritische Fragen in der Hinterhand hat, um A.Schwarzkrieg
ein wenig auf´s Glatteis zu führen.....
ISEGRIM wurde 1998 aus der Asche gehoben, damals noch als Soloprojekt
geplant. Bei welchen Bands hast Du denn bis dato gezockt?
"Das waren eigentlich ziemlich uninteressante, ähm, unbekannte
Bands sag ich jetzt mal. Unwichtige Dinge. Das steht halt in unserer
Bandinfo, aber das hat keinerlei Promotionhintergründe. Man kann
ISEGRIM trotzdem als Soloprojekt bezeichnen, da ich in dieser Band
eigentlich der Verantwortliche für alles bin, zumindest, was den
Background anbelangt. Dann habe ich mir halt irgendwann ein paar
Mitstreiter gesucht, die mittlerweile fest in der Band mit integriert
sind."
Das Debüt von Euch ist ja eine Mini-CD, die Ihr ´99 eingeprügelt
habt, allerdings habe ich die noch nicht gehört...
"Da haste was verpaßt. Musikalisch kann man schon einen Vergleich
mit dem aktuellen Output wagen. Das Teil ist sehr oft mit Dark Funeral
verglichen worden, obwohl mich dieser Vergleich immer etwas gestört
hat. Ich habe nie versucht, diese Band zu kopieren, deshalb kann
ich das nicht ganz nachvollziehen."
Siehst Du denn Parallelen zu anderen Bands?
"Nö, absolut nicht. ISEGRIM sind auf jeden Fall eine eigenständige
Band. Man kann allerdings heutzutage aber auch nichts wirklich neues
mehr kreieren, da sind alle Riffings schon mal dagewesen, vor allem
im Black Metal. Und eher neues Zeug wie Gothic Metal kommt für uns
gar nicht in Frage, das muß einfach alles aggressiv bleiben."
Um mal auf Euer sehr "klischeefreundliches" Cover zu sprechen zu
kommen, was kannst Du dazu sagen?
"Die Idee stammt von mir, da habe ich schon konkrete Anweisungen
gegeben, wie das auszusehen hat. Thematisch geht´s um die biblische
Geschichte, mit dem Erzengel Michael, und dem Antichrist. Nur ist
es bei uns so geschildert und aufgeteilt, daß das Luzifer ist, der
da vorne drauf ist ,statt dem Erzengel Michael, und die Frau schützt,
die gerade das Kind gebärt, aber Luzifer entreißt es und wirft es
dem Antichrist zum Fressen vor. Wir haben da auch eine Singleauskopplung
als Videoclip, ein CD-Rom-Track, und da erkennt man auch schon die
Situation, die vorher schon war, wie Luzifer den Erzengel Michael
erschlägt."
Sehr im gängigen Klischee bewegst Du Dich auch mit den Songtiteln
(u.a."Lucifer´s black wings", "A fistfuck of Black Metal", "Into
the war of satan", Witches of the northernlights",etc.). Bessere
Titel könnte selbst Jörg M. in seinem Genre nicht verbraten. Spielst
Du bewußt mit diesem Image?
"Nein, für mich ist das kein klischeehaftes Zeug. Das ist eine
Thematik, für die ich mich sehr interessiere, die Faszination für
blasphemische Dinge aus der biblischen Vergangenheit, die sich ja
gerade im Black Metal meist widerspiegeln. Wie soll ich das erklären,
wir arbeiten halt auch mit sehr rationellen Mitteln des BM´s, da
sind halt auch einige old school-Teile mit drin. Da sollte man eben
nicht alles modernisieren, das weicht sonst zu sehr ab von der ursprünglichen
Musik aus diesem Genre. Klar zielt da so ein Titel wie "Into the
war of satan" auch ganz bewußt auf so eine Schiene ab..."
Also irgendwie ja doch Klischee. Soll das noch jemanden provozieren?
"Black Metal ist für mich provokant, sonst würde ich es ja nicht
machen. Das ist eine Revolution gegen die Kirche und ihre christlichen
Lakeien, die mit Fisch-Aufklebern auf ihren Autos rumfahren. Der
Black Metal spuckt auf das alles."
Hast Du Dir früher irgendwelche Vorbilder gesucht, die Dich musikalisch
oder auch persönlich geprägt haben?
"Das ist schwierig zu sagen. Für mich sind solche Sachen wie
King Diamond sehr prägend, würde ich sagen. Beeinflußt von Bands
wie Ozzy Osbourne und alte Black Sabbath, genauso wie es Venom waren
und neuere Sachen wie Dark Throne und Burzum sind. Ich bin halt
in den Achtzigern groß geworden und daher beschränken sich die Einflüsse
eben auch überwiegend auf ältere Bands, das neuere Zeug aus dem
BM eben nicht so..."
Hätte es da aus rein musikalischer Sicht nicht auch eine andere
Stilrichtung für Dich geben können, z.B. sowas, was der King macht?
"Hm, ich muß sagen, King Diamond ist für mich ein ziemlicher
Gott in solchen Sachen. Er hat es drauf, alles so theatralisch umzusetzen,
so etwas zu kopieren wäre völliger Schwachsinn. Es gibt nur einen
King Diamond, das muß jeder kapieren. Ich spiele nicht erst seit
2-3 Jahren BM, das sind jetzt bald 10 Jahre und ich habe auch noch
nie irgendwas anderes gespielt, das ist mein Ding von Anfang an.
Und vorallem mußte es schon immer blasphemisch sein."
In der Presseinfo wird von Deinem tiefschwarzen und antichristlichen
Gedankengut geredet. Was kannst Du dazu sagen?
"Wie ich das beschreiben kann? Nun, der Black Metal ist zu 70%
Teil meines Lebens. Ich sitze aber auch nicht den ganzen Tag in
´nem dunklen Zimmer, ich bin schon weltoffen. Ich habe jederzeit
eine Gitarre zur Hand und
komponiere ständig und überall, mache
mir Gedanken zu dem Antichristentum und verabscheue die Kirche und
ihre Anhänger."
Eckst Du da manchmal an wenn Du z.B. bei der Arbeit bist? Da wirst
Du ja nicht unbedingt mit lauter Gleichgesinnten zusammenarbeiten.
Ich weiß ja nicht, wo Du beschäftigt bist...
"Haha, ich baue Kriegsmaschinen, das ist mein Job. Ich arbeite
in der Herstellung von Kampffliegern und Panzern, absolute Vernichtungsmaschinen...
Aber ich behalte meine Sachen für mich bei der Arbeit, ich bin der
Überzeugung, das geht niemanden was an, was ich privat mache und
ich gehe dann auch nicht zu meinen Kollegen und halt ihnen meine
CD unter die Nase und sag´, "schau, das bin ich". Das muß man schon
differenzieren können und außerdem glaube ich, daß das auch niemanden
interessieren würde."
Bist Du in Deiner Freizeit in irgendeiner sonstigen Gruppierung
aktiv, in einer Sekte, etc.?
"Ich sag jetzt mal, ich hab´ nicht viele Freunde oder Bekannte.
Die, die ich habe, sind meist auch in anderen Black Metal Bands
aktiv (vielleicht auch der Graf von...??-der Verf.). Mit denen ziehe
ich ab und zu mal rum."
So etwas wie die "Church of satan" ist nichts für Dich?
"Nö, also überhaupt nicht. Ich bin zwar stellenweise der selben
Meinung wie Lavey, lese auch gern seine Bücher, teile aber nicht
100%ig seine Ansichten. Ich hab erst neulich das Buch "The satanic
bitches" gelesen und ich finde es wirklich gut, wie er erklärt,
wie die Frauen leben sollen und gibt ihnen auch Tips, wie sie ihre
Männer scharf machen können, durch Strapse, etc. (dafür muß man
bestimmt dieses Buch gelesen haben...-der Verf.), insofern haben
wir Männer auch etwas davon, hahaha."
Ein ehemaliger Schreiberling vom Skullcrusher hat die "Church of
satan" mal als EMP des Internets bezeichnet. Wie siehst Du das?
"Ja, das kommt schon hin. Natürlich ist mit dieser ganzen Sache
eine Menge Geld verdient worden und man hat das so gut wie´s ging
kommerziell ausgeschlachtet. Aber mir gefiel trotzdem schon immer
die Idee hinter der C.O.S., denn das hat richtig schockiert, das
war zu Beginn etwas revolutionäres."
Okay, was mich u.a. auch schon immer interessiert hat, ist, wie
man auf solche Pseudonyme wie Zenturio Okkulto oder A.Blackwar kommt.
Sitzt man da einfach mal im Proberaum zusammen und einer kommt auf
die Idee, sich Zenturio Okkulto zu nennen oder wie geht das vonstatten?
"(Muffel)Hmm, würde ich so nicht sagen. Wenn der Zenturio vor
Dir stehen würde, könntest Du nachvollziehen, weshalb der so heißt,
das ist ein riesiger Kerl. Also ich wirke wirklich winzig neben
ihm und ich werde mich auch nie wieder bei Fotos neben ihn stellen.
Das ist eine Maschine, aber nicht fett, der hat ganz schön was auf
dem Kerbholz...Soviel zum Zenturio, über mich kann ich sagen, daß
mein Name das antichristliche verkörpert, ich schreibe auch sehr
viel über den Krieg..."
Steht das "A." in Deinem Namen also für "Antichrist" oder für "A....loch"?
"Ähm, nein, das steht für ein anderes Pseudonym, daß ich nicht
mehr benutze und auch nie wieder benutzen werde. Zu den anderen
beiden, Kuehlor und Soldur, kann ich nicht viel sagen, die haben
sich ihre Pseudonyme ohne einer mir bekannten Vorgeschichte ausgesucht
und ich frage da auch nicht weiter nach, nach welchen Kriterien
sich die Jungs einen Namen ausgesucht haben..."
Gut, aber jetzt weiß ich noch immer nicht, wozu so ein Pseudonym
eigentlich gut ist?
"Ein Pseudonym ist sehr wichtig für mich, weil ich mich dadurch
verfremden kann. Auf diese Weise spricht mich niemand auf meine
CD´s an, niemand stellt dumme Fragen, daher ist das schon sehr vorteilhaft."
Aber dann verleugnest Du dadurch doch auch die Seite von Dir, die
Dir so wichtig erscheint?
"Nein, ich stehe natürlich schon dazu, was ich mache und wen
ich darstelle. Aber wenn da jetzt mein richtiger Name draufsteht,
dann kann ich mir ja gleich eine Geheimnummer geben lassen, wenn
Du weißt, was ich meine. Da findet man schnell deine Adresse raus
und schon flattern dir Briefe en masse ins Haus (eine schauderhafte
Vorstellung...-der Verf.). Und ich bin kein Schreiberling, ich bin
Musiker. Ich bin auch kein großer Poet oder jemand, der tolle Interviews
gibt, das gehört halt dazu, weil ich auch verstehen kann, daß manche
Leute mehr als nur die Musik vermittelt bekommen wollen."
Mit anderen Worten: Es kotzt Dich jetzt voll an, mit mir reden zu
müssen???
"(nach kurzer Überlegung)Nö, aber ich gebe nicht gerne Interviews,
ich lebe lieber mein Ding. Ich mache auch nur Inland-Interviews,
um alle anderen kümmert sich Zenturio Okkulto. Das ist zum Teil
auch wegen der sprachlichen Barriere."
Hast Du das Gefühl, daß Ihr in der deutschen BM-Szene für voll genommen
werdet oder werdet Ihr eher belächelt, wie z.B. Mystic Circle, die
ja auf dem selben Label sind wie ihr?
"Mystic Circle haben nach uns unterschrieben, wenn ich das vorher
gewußt hätte, daß die da auch unterzeichnen, hätte ich es mir nochmal
anders überlegt. Wenn Leute Isegrim belächeln, dann ist das in meinen
Augen Neid. Bei uns gibt es weder in der Musik noch in der Aufmachung
irgendwas klischeehaftes oder kindisches, somit ist es auch kein
Kitsch."
Haben Mystic Circle etwas kitschiges an sich?
"Naja, das will ich schon meinen. Hör Dir unsere Musik an, dann
deren Musik. Wir brauchen kein Keyboard-Geschwuchtele in unseren
Songs, wir haben bis zu 70 Beats mehr in der Minute, außerdem wirken
die Jungs nicht glaubwürdig. Aber ich möchte das Thema nicht vertiefen,
ich lästere nicht gerne über andere Bands."
Wo kommt der wahre Spirit des Black Metals Deiner Meinung nach her?
"Das ist eine gute Frage. Auf jeden Fall nicht aus Norwegen oder
aus irgendwelchen anderen skandinavischen Ländern. Das geht weiter
zurück, zu alten Slaughter, Slayer, Hellhammer oder Venom zu Anfangszeiten.
Ich glaube, daß das Black Metal gegründet hat."
Ich weiß ja nicht, aber Du kannst doch nicht ernsthaft jemals geglaubt
haben, hinter Venom würden sich mit Cronos, Mantas und Abaddon drei
Satanisten verstecken, die "in league with satan" waren?
"Das sie keine Satanisten sind, haben sich ja auch erst später
gesagt, als ihre Karriere schon vorbei war, da wurde das dann alles
ins lächerliche gezogen. Aber ich würde schon sagen, daß es auf
den ersten zwei Platten schon ernst gemeint war. Solche Aktionen
wie damals, als sich die Jungs bei ´nem Interview als Weihnachtsmänner
verkleidet haben, war erst viel später und hat viel von der Glaubwürdigkeit
einbüßen lassen."
Ich hätte nie gedacht, daß ich jemals einer Person begegnen würde,
die Venom zu irgendeiner Phase ihrer Karriere als seriös bezeichnet
hätte, hahaha. Aber ich glaube, Tom Warrior wäre auch nicht ganz
glücklich darüber, wenn er hier als Haupteinfluß herhalten muß...
"Ich höre gerne Celtic Frost und Hellhammer, aber Tom Warrior
ist ein gottverdammter Poser, der nicht zu seiner Vergangenheit
stehen kann. Man kann nicht über Jahre hinweg mit dem selben Riff
sechs Platten rausbringen und dann nicht dahinterstehen. Solche
Platten wie "Into the pandemonium" oder "Morbid tales" sind absolute
Meilensteine. Gegen später hat der Typ dann halt irgendwie so einen
Amerika-Film geschoben und wollte damit wohl den japanischen Markt
knacken, dementsprechend beschissen waren dann diese kommerziellen
Ausflüge. Da war er wohl ziemlich angepißt und hat es gesteckt."
Möchtest Du noch was loswerden, was ich Dich noch nicht gefragt
habe, aber Du es noch gerne erwähnen würdest?
"Hm, ja, wir schreiben momentan gerade an neuen Songs und ich
kann Euch versprechen, daß das Material noch schneller und brachialer
als auf "Dominus Infernus Ushanas" ist. Ansonsten bedanke ich mich
für das Interview, hat Spaß gemacht und hoffentlich wirst Du mich
niemals telefonisch erreichen, hahaha!!!"
Harry Deschler
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