Die US-Band As I Lay Dying wurde zwar erst 2001 gegründet, war seitdem aber nicht untätig: Neben der Veröffentlichung des Debüts "Beneath the encasing of ashes" und einer Split-CD mit American Tragedy hat die Band auch schon bei unzähligen Konzerten Liveerfahrung gesammelt. Im Juni erscheint nun die neue Platte "Frail words collapse", mit der man - wie mir Sänger Tim Lambesis versicherte - vollauf zufrieden ist (und das mit gutem Grund!):
Die zwölf Lieder sind abwechslungsreich, und es ist aufregend, sie live zu spielen. Wir haben eine Weile gewartet, um etwas zu veröffentlichen, auf das wir ohne Abstriche stolz sein können "Frail words collapse" wird einige Leute überraschen, und es ist nur das erste von vielen weiteren Alben. Ich kann kaum erwarten, dass es endlich auf den Markt kommt!
Den Musikstil von As I Lay Dying beschreibt Tim folgendermaßen:
Wir spielen eine Kombination aus verschiedenen Metal-Stilen, die von präzisen Melodien bis hin zu dissonanten Passagen reicht. Es gibt sowohl rhythmisch intensive Teile als auch ausgeprägte Emotionalität. Unsere Musik ist zwar ziemlich eindeutig dem Metal-Bereich zuzuordnen, aber irgend etwas bringt die Leute dazu, uns als eine Hardcore-Band anzusehen.
Das mag wohl auch damit zusammenhängen, dass die Bandmitglieder ihre musikalischen Wurzeln in diesem Bereich haben:
Wir sind hauptsächlich mit US-Hardcore-Bands aufgewachsen. Aber als wir dann nach etwas Härterem und musikalisch Interessanterem suchten, haben wir uns dem Metal zugewendet.
Mich hat es vor allem überrascht, dass As I Lay Dying für eine US-Band doch auffällig nach schwedischem Death klingt. So bestätigte mir Tim auch, dass die Gruppe ihre musikalischen Einflüsse sowohl von amerikanischen als auch von europäischen Bands bezieht. Auf die Frage nach seinem Lieblingsstück auf der neuen CD nannte mir der Sänger die ersten zwei Lieder:
Bei Liveauftritten mag ich "94 hours" am liebsten, aber textlich gefällt mir "Falling upon deaf ears" am besten. Beide Lieder sind brutal, aber zugleich sehr emotional.
Die Inspiration für ihre Lieder bezieht die Band übrigens aus den persönlichen Erfahrungen des Alltagslebens:
Meine Texte werden von dem beeinflusst, was ich selbst gerade erlebe. Die ständigen Veränderungen im Leben liefern da mehr als genug Material. Ich schreibe auch ein bisschen über die Notwendigkeit von Veränderungen. Was die Musik angeht, so gefällt mir die Aggression, die beim Liederschreiben eine Rolle spielt. Die gleiche Aggression kann oft einen intensiv emotionalen oder einfach einen direkten und wütenden Song hervorbringen.
Dass die einzelnen Lieder mit Herzblut geschrieben wurden, sollte dann aber auch der Zuhörer zu schätzen wissen:
Ich hoffe, dass man die Intensität und die Emotionen fühlen kann, die wir in jeden Song stecken. Ich hoffe auch, dass die Leute einen Bezug zu den Texten finden können, auch wenn sie ihre eigene Bedeutung in das hineinlegen, was ich selbst beim Schreiben durchgemacht habe.
Überhaupt sind dem Sänger seine Texte sehr wichtig und mehr als ein nebensächliches Beiwerk zur Musik:
Für mich bündelt der Text das Gefühl, das von einem Lied erzeugt wird. Ein Lied bringt durch seinen Klang ein Gefühl hervor, und der Text kann dieses Gefühl dann entweder intensivieren oder zerstören. Auf dem neuen Album habe ich einige Lieder über Veränderungen in meinem eigenen Leben geschrieben, und andere Lieder handeln von Menschen, die ich verloren habe und von Freunden, denen ich zu helfen versucht habe.
Den Albumtitel "Frail words collapse" erläutert Tim folgendermaßen:
Es gibt Zeiten im Leben, in denen einfache Worte ohne Bedeutung sind. Der Titel bezieht sich direkt auf eine Zeit, in der ich einem Freund auf diese Weise nicht mehr helfen konnte. Es ist zwar ein Klischee, dass Taten mehr aussagen als Worte, aber unser Leben hätte wenig Bedeutung, wenn wir nur in Worten leben würden.
Tims Antwort auf meine Frage nach seinen Interessen außerhalb der Musik räumt dann mit allen Vorurteilen gegenüber ungebildeten Amis und dummen Metallern auf:
Ich studiere Philosophie und habe Freude daran gefunden zu lesen und verschiedene Ideen zu analysieren. Die meisten meiner Tätowierungen beziehen sich auf meine verschiedenen Überzeugungen.
As I Lay Dying sind zur Zeit in den USA auf Tour, konkrete Pläne für Konzerte in Europa gibt es leider noch nicht. Tim hofft aber, dass die Band im Spätwinter auch hier live zu bewundern sein wird.
Katja Pabel
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